Versorgungswerk

Das Versorgungswerk der Architekten in Baden-Württemberg, dem die Hamburgische Architektenkammer angeschlossen ist, bietet den Mitgliedern der Kammer eine Altersversorgung. 

Mit der Mitgliedschaft in der Hamburgischen Architektenkammer wird auch die Pflichtmitgliedschaft in diesem Versorgungswerk begründet. Das betrifft grundsätzlich alle Kammermitglieder mit Ausnahme derjenigen, deren Versorgung nach beamtenrechtlichen Vorschriften geregelt ist oder die zum Eintrittsdatum 55 Jahre oder älter sind. 

Für angestellte Kammermitglieder führt die Pflichtmitgliedschaft im Versorgungswerk zunächst zu einer doppelten Beitragspflicht; denn sie unterliegen wegen ihres Status als Angestellte zunächst einmal der Beitragspflicht in der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und zusätzlich der durch die Mitgliedschaft in der Hamburgischen Architektenkammer begründete beitragspflichtige Mitgliedschaft im Versorgungswerk. Angestellte Kammermitglieder haben somit prinzipiell drei Möglichkeiten, ihre Versorgung zu regeln:

  • Sie lassen sich gänzlich von der gesetzlichen Rentenversicherung zugunsten der vollen Versorgung im Versorgungswerk befreien  Antrag über das Versorgungswerk an die DRV.
  • Sie lassen sich von der Pflichtversicherung im Versorgungswerk zugunsten ihrer Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung gänzlich befreien.  Antrag beim Versorgungswerk.
  • Sie bleiben in der gesetzlichen und berufsständischen Rentenversicherung versichert und nutzen das Versorgungswerk somit als eine Art Zusatzversicherung. 

Hochschulabsolventen können schon vor ihrer Eintragung in die Architekten- oder Stadtplanerliste, die erst nach einer zweijährigen praktischen Tätigkeit möglich ist, außerordentliche Mitglieder werden, um auf diese Weise frühzeitig dem Versorgungswerk beitreten zu können.

Wichtige Information für angestellte Mitglieder

Das Bundessozialgericht hat durch seine Urteile vom 31. Oktober 2012 (AZ: B 12 R 8/10 R; B 12 R 3/11 R und B 12 R 5/10 R) klargestellt, dass die Entscheidung über die Befreiung eines Pflichtmitgliedes eines Versorgungswerkes von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung auf die jeweilige Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit beschränkt ist. 

Endet diese Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit, endet auch die Befreiung. Wird eine neue bzw. andere Beschäftigung oder Tätigkeit aufgenommen, muss erneut über die Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung entschieden werden. 

Pflichtmitglieder müssen also bei einem Wechsel der Beschäftigung ein neues Befreiungsverfahren anstrengen. Maßstab für die Befreiung ist, ob sie eine berufsspezifische Tätigkeit als Architekt ausüben. Der Kammermitgliedschaft kommt dabei Indizwirkung zu. Berufsspezifisch ist eine Tätigkeit dann, wenn Berufsaufgaben nach § 1 Hamburgisches Architektengesetz wahrgenommen werden. Auch die Leistungsphasen der HOAI können in Zweifelsfällen flankierend herangezogen werden.

Pflichtmitglieder des Versorgungswerks, die vor dem 31. Oktober 2012 einer klassischen berufsspezifischen Tätigkeit nachgegangen bzw. diese gewechselt haben, genießen einen Vertrauensschutz. Befreiungsanträge müssen von diesen erst bei einem erneuten Wechsel der Tätigkeit gestellt werden. Anders verhält es sich jedoch bei Pflichtmitgliedern, die vor dem 31. Oktober 2012 eine nicht befreiungsfähige Tätigkeit aufgenommen haben; diese genießen keinen Vertrauensschutz.  

Neben der Rechtsabteilung der Kammer steht das Versorgungswerk Baden-Württemberg für versorgungsrechtliche Fragen zur Verfügung: Telefon 0711 23874-0.