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Nachlese: Tag der Architektur und Ingenieurbaukunst 2017 in Hamburg

Am 24. und 25. Juni 2017 haben die Hamburgische Architektenkammer und die Hamburgische Ingenieurkammer-Bau gemeinsam den Tag der Architektur und Ingenieurbaukunst ausgetragen. Das Programm war mit 64 verschiedenen Angeboten umfangreich und vielfältig. 70 Architekten, Ingenieure und Stadtplaner haben auf 140 Führungen etwa 2.500 Besuchern ihre Projekte vorgestellt. Auf den 17 thematischen Touren haben sich über 400 Personen für das zeitgenössische und historische Bauen in Hamburg interessiert.

Ein Gewinn ist der Tag der Architektur und Ingenieurbaukunst für beide Seiten. Das Publikum bekommt exklusive Einblicke in Gebäude und in die Planungen aus erster Hand, die Architekten, Ingenieure und Stadtplaner haben die Chance, ihre Arbeit und Projekte noch einmal ganz anders in den Blick zu nehmen und zu vertreten als sie dies der Bauherrenschaft, Behördenvertretern, Fachplanern oder den Gewerken gegenüber tun. Sein Werk stolz zu präsentieren und sich über die Anerkennung der eigenen Arbeit durch die Teilnehmer zu freuen, auch dazu bietet der Tag der Architektur und Ingenieurbaukunst die Gelegenheit – spannende und auch kontroverse Diskussionen vor Ort nicht ausgeschlossen.

Gut angenommen wurde auch das neue Format „Zeitzeugen“. Auf den fünf angebotenen Führungen zum Gerhart-Hauptmann-Platz (1975), Rathausmarkt (1982), Biozentrum Klein Flottbek (1982), Gemeindezentrum Steilshoop (1974) und zur Stadterneuerung in St. Georg (seit 1978) haben die für die Planungen damals verantwortlichen Architekten und Stadtplaner sehr gute Resonanz erhalten. Es wurde viel und zwischen den Generationen diskutiert. Ganz unmittelbar wurde den Teilnehmern die gesellschaftlich-kulturelle und politische Bedingtheit von Architektur und Stadtplanung am Objekt vermittelt. Die Hamburgische Architektenkammer wird dieses Format auch in den kommenden Jahren im Rahmen des Programms weiter anbieten. Bewerbungen von „Zeitzeugen“ und Projektvorschläge sind willkommen.

Ebenso ist das in diesem Jahr sehr umfangreiche Angebot zur Ingenieurbaukunst auf großes Interesse bei den Besuchern gestoßen. Für den Normalbürger und Laien sind am fertiggestellten Projekt die Leistungen des Ingenieurs in meisten Fälle nicht ablesbar, geschweige denn beurteilbar. Umso faszinierter zeigten sich die Teilnehmer auf den Führungen, von den verantwortlichen Ingenieuren einmal direkt etwas zu deren Anteil an der Realisierung der besuchten Bauwerke und deren kreativer Arbeit zu erfahren. Die beiden Kammern wünschen sich auch für die Zukunft, dass die Ingenieure weiterhin und gern auch noch ein wenige mehr Lust und Mut zur Öffentlichkeit zeigen. Die Bürger werden es Ihnen danken.

Zu den Höhepunkten in diesem Jahr zählten sicherlich die Führungen der Projektleiter von Herzog & de Meuron und des Baseler Ingenieurs Dr. Heinrich Schnetzer von Schnetzer Puskas Ingenieure in der Elbphilharmonie, die bereits nach wenigen Minuten ausgebucht waren. Dass beide Büros sich in so prominenter Besetzung am Programm beteiligt haben, zeigt: der Tag der Architektur und Ingenieurbaukunst genießt eine hohe Wertschätzung und ist auch eine Anreise aus Basel wert.

Die Hamburgische Architektenkammer und die Hamburgische Ingenieurkammer-Bau danken auch an dieser Stelle noch einmal allen beteiligten Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren für ihr Engagement in der Vermittlung von Baukultur auf dem diesjährigen Tag der Architektur und Ingenieurbaukunst.

Der nächste Tag der Architektur und Ingenieurbaukunst wird am 23. und 24. Juni 2018 stattfinden.