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Hamburger Baugemeinschaftspreis 2017 vergeben

Am 2. November 2017 vergab die in der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen angesiedelte Agentur für Baugemeinschaften zum zweiten Mal den Baugemeinschaftspreis für herausragende gemeinschaftliche Wohnprojekte. Die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Dr. Dorothee Stapelfeldt, überreichte im Rahmen des Baugemeinschaftsforums der Lawaetz-Stiftung die Auszeichnungen an sieben Baugemeinschaften in zwei Kategorien.

Mit dem 1. Preis in der Kategorie „Junge Baugemeinschaften (Bezug ab Anfang 2011 oder im Bau)“ wurde die Baugemeinschaft „Stadt.Land.Fluss“ in Ochsenwerder ausgezeichnet (Architekten. planerkollektiv Architekten PartGmbH). Aus Sicht der Jury ist sie ein besonders gelungenes Beispiel einer Baugemeinschaft, die sich in den ländlichen Raum integriert. Zudem lobte die Jury das soziale Konzept sowie die vielfältigen Maßnahmen in Ökologie, Energie und Freiraum. Beispielsweise betreibt die Baugemeinschaft ein Nahwärmenetz mit einem Eisspeicher.

Den 2. Preis in der Kategorie „Junge Baugemeinschaften“ erhielt die Baugemeinschaft „DOCK 71“ in der HafenCity (Architekten DFZ Dinse Feest Zurl). Die Jury würdigte insbesondere das Überwinden erheblicher Hürden während der Planungs- und Bauzeit, da unterdessen die übrigen Baufeldpartner mehrfach wechselten. Mit ca. 60 Wohneinheiten und zusätzlichen sechs Gewerbeeinheiten ist das „DOCK 71“ die größte eingereichte Baugemeinschaft.

Den 3. Preis in der Kategorie „Junge Baugemeinschaften“ erhielt die Baugemeinschaft „Jenfelder Au“ (Architekten: zweitraum - büro für architektur). Die Baugemeinschaft hatte aufgrund erheblicher Fluktuation in der Entwicklungsphase sowie der zögerlichen Gesamtentwicklung des Areals mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Durch das starke Engagement der Kerngruppe konnte das Projekt jedoch realisiert werden und die Baugemeinschaft konnte als eine der ersten ihr neues Zuhause beziehen. Die Baugemeinschaft „Jenfelder Au“ ist zudem die 100. Baugemeinschaft, die mit Unterstützung der Agentur für Baugemeinschaften der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen in Hamburg entstanden ist.

Die Baugemeinschaft „Neue Hamburger Terrassen“ (Architekt: Sebastian Niemann, ehemals LAN Architectur) in Wilhelmsburg wurde darüber hinaus mit einer „Besonderen Anerkennung für Architektur und Städtebau“ gewürdigt.

In der Kategorie „Etablierte Baugemeinschaft (Bezug bis 2010)“ entschied sich die Jury, drei Einreichungen gleichwertig als Preisträger des Baugemeinschaftspreises 2017 auszuzeichnen. Trotz der sehr unterschiedlichen Schwerpunkte der Projekte besitzen die Baugemeinschaften dieser Kategorie herausragende und preiswürdige Charakteristika.

Ausgezeichnet wurde die Baugemeinschaft „Brachvogelweg“ in Lurup (Architektin: Christiane Gerth), die sich nach einem Bauschaden von Grund auf reorganisiert hat. „Dieses Zusammenrücken der Bewohnerinnen und Bewohner ist aufgrund der Schwierigkeiten ebenso hervorzuheben wie die selbst erarbeitete genossenschaftliche Struktur mit innovativen Elementen wie zum Beispiel dem Kinderparlament“, urteilte die Jury.

Ebenfalls als Preisträger in der Kategorie „Etablierte Baugemeinschaft“ ausgezeichnet wurde die Baugemeinschaft „WEG Marktstraße 7–9“ (Architekten: Peter Havemann, Johann Daniel, Lawaetz-Stiftung). Dieses Projekt zeichnet sich aus Sicht der Jury insbesondere durch das soziale Konzept der solidarischen Finanzierung aus, wodurch finanziell schwächer gestellten Bewohnerinnen und Bewohnern der Eigentumserwerb ermöglicht wurde.

Die dritte als Preisträger ausgezeichnete Baugemeinschaft ist „Die Brennerei“ in St. Georg (Architekten: Plan -R- Architektenbüro). Das ursprünglich gewerblich genutzte Gebäude wurde zum Wohngebäude umfunktioniert, der Charme der ehemaligen Nutzung wurde bewahrt. Die Jury würdigte im Besonderen den Erhalt der denkmalgeschützten Impfhalle und deren Einbettung in das Wohnkonzept.