In Zeiten nachhaltigen Bauens und steigenden Gesundheitsbewusstseins gewinnt Tageslicht weiter an Bedeutung. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen: Licht beeinflusst nicht nur das Sehen, sondern auch unseren biologischen Rhythmus, unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit – Stichwort: nicht-visuelle Lichtwirkungen.
Gefragt ist ein ganzheitlicher, integrativer Planungsansatz – von der ersten Konzeptidee bis zur Umsetzung –, um das gestalterische und ökologische Potenzial von Tageslicht voll auszuschöpfen.
Anhand eines praxisnahen Beispiels wird gezeigt, wie durchdachte Tageslichtplanung die Aufenthaltsqualität und Wirkung von Räumen maßgeblich verbessern kann:
Im Berliner Industriedenkmal Hallen am Borsigturm, ehemals Standort schwerer Hochöfen, wurde in den 1980er Jahren ein Einkaufszentrum integriert. Trotz architektonischer Aufwertung blieb die Aufenthaltsqualität lange unbefriedigend.
Durch eine detaillierte Tageslichtanalyse konnten Problembereiche identifiziert und eine maßgeschneiderte Lichtstrategie entwickelt werden. Ziel war es, die natürliche Lichtwirkung zu verbessern und das Wohlbefinden der Besucher deutlich zu steigern.
Das Projekt wurde mit dem Sonderpreis Tageslicht des Deutschen Lichtdesign-Preises ausgezeichnet.
Ein großer Tageslichteintrag in Innenräumen eröffnet Möglichkeiten für eine energieeffiziente Lichtplanung. Durch den Einsatz moderner Steuerungstechnik kann das Kunstlicht dem Tageslicht angepasst und deutlich reduziert werden – ein wichtiger Beitrag zur Energieoptimierung.
Neben den technischen Lösungen werden auch gestalterische Aspekte thematisiert. Starke Kontraste zwischen hellen Tageslichtzonen und dunkleren Raumbegrenzungen können als unkomfortabel empfunden werden. Ein gezielter Einsatz von Kunstlicht ermöglicht es, solche Effekte auszugleichen und damit gestalterische Akzente zu setzen.
Das Seminar bietet einen Einblick in aktuelle Technologien, planerische Strategien und gestalterische Möglichkeiten rund um eine tageslichtnahe, nutzerfreundliche Beleuchtung.