Architekturwerkstatt - Lehrerfortbildung in der Architektenkammer

Die Architekturwerkstatt ist eine Lehrerfortbildung mit dem Angebot, interessierten Lehrern und Lehrerinnen die Potenziale aufzuzeigen, die in der Beschäftigung mit Architektur, Stadt- und Freiraumplanung liegen. Mit der Vermittlung von fundiertem Elementarwissen und praxisorientierten Lernangeboten werden sowohl inhaltliche als auch didaktische Angebote geschaffen, wie architektonische und städtebauliche Themenstellungen anschaulich und kreativ in den Unterricht übersetzt werden können. Es gibt Angebote für Grundschulen und für das Fach Kunst im Sekundarbereich I und II für alle Schulformen. 

Die Fortbildungsseminare finden im halbjährigen Rhythmus statt und entstehen in enger Zusammenarbeit und in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg.

 

Das Programm im Spätsommer/Herbst 2026

1. Exkursion: Historischer Stadtrundgang

Hamburg ist eine Stadt mit einer über 1200-jährigen Geschichte. Noch heute lassen sich viele prägnante Stadtentwicklungsphasen im Stadtbild erkennen. Spannend sind vor allem jene Orte, an denen sich Stadt immer wieder neu erfand. Beweggründe für große Veränderungsprozesse sind zu meist Bevölkerungswachstum, politische und wirtschaftliche Interessen, aber auch Topografie und Naturkatastrophen trugen maßgeblich zur Entwicklung der Stadt bei. Der Stadtrundgang wird uns an viele historische Orte und Plätze in der Hamburger Innenstadt vorbeiführen, die uns die Hamburger Stadtgeschichte aufspüren und nachvollziehen lassen.
Wir starten auf dem Domplatz, der Keimzelle der Hamburger Stadtentwicklung und Kulminationspunkt außerordentlicher Bebauungen und Veränderungen, gehen weiter zum Jungfernstieg und zur Binnenalster, wo man heute noch die barocke Fortifikationsanlage im Stadtbild erkennen kann. Entlang der Alsterarkaden mit Einblick in die älteste Passage Hamburgs führt uns der Weg am Hamburger Rathaus vorbei zur Trostbrücke am Nikolaifleet, dem damaligen Zentrum mit dem ersten Hafen und der ersten Börse Hamburgs. Wir durchqueren das neu entstandene Nikolaiquartier rund um die und gelangen in das Cremonviertel. In der Deichstraße, wo der Große Brand 1842 seinen Anfang nahm, endet unsere Exkursion.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski
Termin: Samstag, den 29. August 2026 von 10.00 bis 13.00 Uhr

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich

 

2. Exkursion: An der Waterkant

Hamburg ist im Wandel. Die HafenCity wächst stetig, die Stadt rückt immer näher an die Elbe und flussabwärts verdichtet sich die „Perlenkette“. Zwischen Fischmarkt und Neumühlen schließen sich die letzten Baulücken, die Hamburger Waterkant verändert ihr Gesicht. Unsere Tour führt uns vom Fischmarkt mit seinen Neu- und Umbauten alter Speicher- und Lagerhallen vorbei an der Neubebauung am Alten Holzhafen und entlang der beiden Kreuzfahrtterminals hinauf auf das Deck des Bürohauses Dockland mit Blick auf Elbe, Altonaer Balkon und den Elbkaispeichern. Anschließend geht es weiter durch das Areal West, Große Elbstraße, dem ehemaligen Altonaer Fischereihafen und endet in Neumühlen.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski
Termin: Samstag, den 5. September 2026 von 10.00 bis 13.00 Uhr

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich

 

3. Praxisseminar: Bauen nach dem Vorbild der Natur – organisch, bionisch oder biomorph?

Form, Struktur, Farben und Verhalten der heutigen Lebewesen sind das Ergebnis einer Anpassungsstrategie, die 3,8 Milliarden Jahre dauerte und die für das Überleben in einer sich ständig wandelnden Umwelt notwendig waren. Einmal entziffert, kann dieser Schatz an wertvollen Informationen eine wichtige Inspirationsquelle für den Menschen beim Entwickeln von effizienten und nachhaltigen technologischen Lösungen sein. Die Bionik, die sich als interdisziplinäre Wissenschaft Konstruktionsprinzipien der Natur für die Technik zunutze macht, gewinnt derzeit auch in der Architektur immer mehr an Bedeutung. Dabei gilt es allerdings zu unterscheiden, ob es sich um innovative Bautechnologie handelt oder doch eher um ein biomorphes Gestalten. Beide Aspekte sind spannend und sind es wert, näher betrachtet zu werden. Und was ist eigentlich eine „organische Architektur“?
In diesem Praxisseminar gehen wir diesen Fragen nach und entwerfen in Modellstudien und Skizzen Ideen, um zu den Schwerpunkten „Natur erforschen, Wissen teilen, Zukunft gestalten“ mögliche Aufgabenstellungen für den Unterricht zu entwickeln.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski
Termin: Samstag, den 19.09.2026 von 10 bis 16.30 Uhr

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich

 

4. Theorie- und Praxisseminar: Spirituelle Räume 

Architektur ist nicht nur technisch zu sehen; sie definiert unsere tiefsten Vorstellungen von Raum, Material und menschlichem Wohlbefinden. Die Gestaltung von Räumen als Rückzugsorte für Ruhe, Besinnung und Rekreation werden in der heutigen Zeit der Schnelllebigkeit, Hektik und Reizüberflutung immer bedeutender. Auch Sakralbauten sind meistens architektonische herausragende Bauaufgaben, die ästhetisch eine große Kraft entfalten können. Sie bilden zudem historische, städtebauliche und sozial bedeutende Fixpunkte urbaner Gemeinschaften. Allerdings verlieren religiöse Stätten in den letzten Jahren dramatisch an Bedeutung. Vielen Kirchen droht die Schließung. Im Seminar werden spannende Beispiele aufgezeigt, wie sich diese besonderen Räume neu deuten und in eine zeitgemäße Nutzung transformieren lassen.

Im praktischen Teil werden wir uns in Modellstudien mit der Gestaltung von spirituellen Räumen beschäftigen. Dabei erfahren wir, wie durch die Raumgeometrie und die Raumproportion, durch die Verwendung besonderer Materialien und Oberflächentexturen, sowie den Einsatz von Farbe, Licht und Lichtlenkung gezielt eine gewünschte Raumatmosphäre geschaffen werden kann. Projektergebnisse aus dem Unterricht zeigen ergänzend mögliche Handlungsanleitungen für die eigene Unterrichtsgestaltung auf.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski

Termine:
Theorie: Montag, den 16. November 2026 von 16.00 bis 19.00 Uhr
Praxis: Samstag, den 21. November 2026 von 10.00 bis 16.30 Uhr am Hartsprung

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich