Architekturwerkstatt - Lehrerfortbildung in der Architektenkammer

Die Architekturwerkstatt ist eine Lehrerfortbildung mit dem Angebot, interessierten Lehrern und Lehrerinnen die Potenziale aufzuzeigen, die in der Beschäftigung mit Architektur, Stadt- und Freiraumplanung liegen. Mit der Vermittlung von fundiertem Elementarwissen und praxisorientierten Lernangeboten werden sowohl inhaltliche als auch didaktische Angebote geschaffen, wie architektonische und städtebauliche Themenstellungen anschaulich und kreativ in den Unterricht übersetzt werden können. Es gibt Angebote für Grundschulen und für das Fach Kunst im Sekundarbereich I und II für alle Schulformen. 

Die Fortbildungsseminare finden im halbjährigen Rhythmus statt und entstehen in enger Zusammenarbeit und in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg.

Das Programm im Frühjahr 2022:

 

Theorieseminar: Architekt*Innenporträts

Jede Architektin und jeder Architekt und hat eine persönliche Handschrift. Trotz gleicher Bauaufgaben sehen die Entwürfe und die baulichen Ergebnisse unterschiedlich aus. Kein Entwurf ist wie der andere. Was macht die Arbeit der Architektinnen und Architekten unverwechselbar? Was mögen die Beweggründe und die Leitgedanken gewesen sein? Anhand ausgewählter Architekturbüros werden in diesem Theorie-Seminar verschiedene Positionen der Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts dargestellt. Dabei werden Werke aus der klassischen Moderne ebenso präsentiert wie Projekte, die durch außergewöhnliche Innovationen gekennzeichnet sind oder sogar neue Trends gesetzt haben.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski
Termin: Dienstag, 5. April 2022, 16.00 bis 19.00 Uhr
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich

Exkursion: Historischer Stadtrundgang – Hamburg früher und heute

Hamburg ist eine Stadt mit einer über 1200-jährigen Geschichte. Noch heute lassen sich viele prägnante Stadtentwicklungsphasen im Stadtbild erkennen. Spannend sind vor allem jene Orte, an denen sich Stadt immer wieder neu erfand. Beweggründe für große Veränderungsprozesse sind zu meist Bevölkerungswachstum, politische und wirtschaftliche Interessen, aber auch Topografie und Naturkatastrophen trugen maßgeblich zur Entwicklung der Stadt bei. Der Stadtrundgang wird uns an viele historische Orte und Plätze in der Hamburger Innenstadt vorbeiführen, die uns die Hamburger Stadtgeschichte aufspüren und nachvollziehen lassen.

Wir starten auf dem Domplatz, der Keimzelle der Hamburger Stadtentwicklung und Kulminationspunkt außerordentlicher Bebauungen und Veränderungen, gehen weiter zum Jungfernstieg und zur Binnenalster, wo man heute noch die barocke Fortifikationsanlage im Stadtbild erkennen kann. Entlang der Alsterarkaden mit Einblick in die älteste Passage Hamburgs führt uns der Weg am Hamburger Rathaus vorbei zur Trostbrücke am Nikolaifleet, dem damaligen Zentrum mit dem ersten Hafen und der ersten Börse Hamburgs. Von der Nikolaikirche überqueren wir die Ost-West-Straße und gelangen in das Cremonviertel. In der Deichstraße, wo der Große Brand 1842 seinen Anfang nahm, endet unsere Exkursion.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski
Termin: Samstag, 23. April 2022, 10.00 bis 13.00 Uhr
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich

Theorieseminar: Architektur am Ort

Architektur ereignet sich an Orten und steht folglich in direkter Beziehung zu ihnen. Durch einfühlsames Aufgreifen spezifischer Merkmale, durch Ergänzen oder Verdeutlichen kann sie die Potenziale eines Ortes verdichtet zum Ausdruck bringen und sinnlich erlebbar machen oder auch nicht. Jede neu erstehende Architektur wird Teil dieses Kontextes und bildet ihn auch zugleich. Und dies gilt nicht nur für außergewöhnliche Bauten. Gerade die „Alltagsarchitektur“ prägt uns in nicht unerheblichem Maße, ob in der Arbeitswelt, im privaten Bereich, in der Schule oder im Raum der Stadt. Menschen werden geprägt durch die Orte, an denen sie aufwachsen und leben. Meist sind diese Erfahrungen sinnlich verbunden mit den besonderen Wesensmerkmalen eines Ortes, dem „Genius loci“.
Im Seminar gehen wir zunächst der Frage nach, welche kontextuellen Rahmenbedingungen auf einen Ort einwirken können und wie sich diese im Stadtbild darstellen. Handlungsanleitungen für den Unterricht zeigen auf, wie Schülerinnen und Schüler von der eigenen Haustür oder vom Schulgelände startend ihr Lebensumfeld erkunden können und wie sie die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen in unterschiedliche mediale Formen, wie z.B. Fotoserien, Stop-Motion-Filme oder Mindmaps, übersetzen können. Auf einer weiteren Betrachtungsebene geht es dann um die Aneignung von (Stadt-) Raum durch die Schülerinnen und Schüler, in dem sie ausgewählte Bauten umdeuten, weiterbauen oder verfremden, (Zwischen-) Räume besetzen, Lücken ausfüllen oder sich in eine performative Interaktion zu ihnen begeben.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski
Termin: Dienstag, 26. April 2022, 16.00 bis 19.00 Uhr
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich

Praxisseminar: Architektur am Ort

Jedem Gegenstand liegen Strukturen zugrunde. Sie beschreiben weniger die konkrete Form als vielmehr ihren inneren Aufbau. In der Struktur artikuliert sich ein Regelwerk, dass die Beziehungen der einzelnen Teile eines Ganzen festschreibt. Das lässt sich sowohl in der Natur wie auch in der Architektur beobachten. Nicht selten dienen dabei gerade die Naturgesetze- und prinzipien als Vorbilder und Inspirationsquellen für den baukonstruktiven, statischen und auch gestalterischen Entwurfsprozess eines Gebäudes. In diesem Praxisseminar werden wir uns zeichnerisch und im Modell mit Strukturen, Ordnungen und Regelwerken in der Natur auseinandersetzen und erfahren, wie sich daraus Anleihen für bauliche Gestaltungsvorhaben ableiten lassen. Beispielhafte Projektergebnisse aus dem Unterricht mit dem Schwerpunkt „Architektur und Landschaft“ zeigen ergänzend mögliche Handlungsanleitungen für die eigene Unterrichtsgestaltung auf.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski
Termin: Dienstag, 30. April 2022, 10.00 bis 16.00 Uhr
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich

Exkursion: HafenCity und der öffentliche Raum

Viele Quartiere der HafenCity in Hamburg sind ihren Kinderschuhen entwachsen. Fast 2000 Menschen leben bereits im neuen Stadtteil an der Elbe. Im Westen bildet die Elbphilharmonie auf dem Kaispeicher A einen fulminanten Auftakt der HafenCity. Und das gerade erst neu erschlossene Quartier an den Elbbrücken wird den Abschluss des 157 ha großen Areals im Osten bilden. Je dichter die Bebauung wird desto bedeutsamer wird der öffentliche Raum. Daher werden wir diesmal den Fokus bei der Exkursion insbesondere auf die Planung und Realisierung der öffentlichen Freiräume und Plätze legen.

Unsere Tour startet am Dar-es-Salaam-Platz zentral gelegen im Übergang von der Speicherstadt zum Magdeburger Hafen und dem Überseequartier der HafenCity. Von dort führt uns der Rundgang zunächst in den Westen zu den beiden Hafenbecken Magellan- und Marco-Polo-Terrassen. Wir durchlaufen das Überseequartier und erreichen die Wasserkante im Wissenschaftsquartier mit der neuen Hafencityuniversität. Von der Baakenhafenbrücke können wir uns einen guten Eindruck über den gerade im Bau befindlichen östlichen Bereich der HafenCity verschaffen. Dort besuchen wir den Baakenpark, der sich durch beispielhafte Spiel,- Sport und Rückzugsorte besonders hervorhebt.  Zurück geht es durch den Lohsepark, der als zentrale Grünanlage für die vielen Anwohner in der direkten Nachbarschaft eine wichtige Naherholung darstellt, wo unser Rundgang enden wird.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski
Termin: Samstag, 7. Mai 2022, 10.00 bis 13.00 Uhr
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich