Die Wohnbaubestände der 1960er in Hamburg prägen allein schon durch ihre Menge unser Stadtbild erheblich. Allerdings wird die architektonische Qualität dieser Gebäude ebenso unterschätzt wie ihre Bedeutung als ein Stück Heimat für eine sehr große Zahl von Hamburger*innen.
Die aufgrund des Klimaschutzes notwendige energetische Sanierung im Gebäudesektor trifft hier auf einen großen Teil der Hamburger „Backsteinstadt“. Damit sind diese Bestände für das Erreichen der Klimaneutralität wie auch für das zukünftige Bild unserer Stadt von besonderer Bedeutung.
Im Mittelpunkt dieses Seminars steht daher die Frage: Wie werden wir dieser Bedeutung bei einer energetischen Sanierung solcher Gebäude gerecht?
Frau Petra Merten von der Investitions- und Förderbank Hamburg wird über die Fördermöglichkeiten von Backsteinfassaden im Rahmen der Modernisierung von vermieteten Wohngebäuden berichten. Das Backsteinverfahren als Voraussetzung zur Förderfähigkeit wird im Detail erläutert, um die Teilnehmer*innen in die Lage zu versetzen, Förderanträge entsprechend zu begleiten.
Die Förderprogramme werden im Detail vorgestellt und durch Rechenbeispiel und Förderbeispiele ergänzt.
Inhalte:
Überblick
● Einordnung Wohnbaubestände der 1960er (bauhistorisch)
● Hamburger Backsteinstadt + Präsenz der 1960er im Stadtbild
● IFB-Qualitätssicherungsverfahren Backstein bis 2025 und heute
Porträt Gebäude der 1960er
● Einzelobjekte, Ensembles/Wohnanlagen, Quartiere
● Typische strukturelle Merkmale
● Typische konstruktive Merkmale
● Typische baualtersbedingte Schadensbilder
● Energetisches Profil / Bauphysik
Grundkonzept einer energetischen Sanierung
● Organisatorische Grundlagen
● Energetische Bilanz – Einflussfaktoren
● Energetische Ertüchtigung der Bauteile
● Energetische Ertüchtigung der Wärmeversorgung
● Ertüchtigung der Wohnungslüftung
● Effizienzziele, Förderung + Wirtschaftlichkeit
Planerische / konstruktive Umsetzung
● Motivation: Schadensfreiheit = Beitrag zur Nachhaltigkeit
● Dachkonstruktionen
● Fassadenkonstruktionen
● Details wie Fenster, Lüftungselemente, Dämmung oberste Geschossdecke und Kellerdecke
● Serielles Sanieren
Gestalterische Umsetzung
● Backstein = Ziegelriemchenbelag?
● Beispiele für gestaltbildende Details
● Alternativen zum Ziegelriemchen
Umsetzung auf der Baustelle
● Baustelleneinrichtung + Berücksichtigung von Baumbestand und bspw. Fledermäusen
● Ablauf der Ausführung / Einflüsse auf die Planung
● Qualitätssicherung
Zwei Projektberichte als Abschluss
● Ausgangslage, Konzept, Ausführung + Ergebnis