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Fortbildungsprogramm

zurück zur Übersicht HAK221.18W

Schallschutz in der Praxis und vor Gericht

Termin

Montag, 7. Februar 2022
9.00 bis 12.30 Uhr

Dienstag, 8. Februar 2022
9.00 bis 12.30 Uhr

Online Seminar

max. 25 Teilnehmer*innen

Referent*innen

Elke Schmitz

Rechtsanwältin, Kanzlei Schmitz, Bremen

und

Dr. Christian Nocke

Akustikbüro Oldenburg, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Lärmimmission, Bau- und Raumakustik

Gebühr

Mitglieder 180,00 €

Gäste 250,00 €

Ermäßigt 80,00 €

Buchungsfrist abgelaufen

Die aktuelle Fassung der DIN 4109-1:2018-01 „Schallschutz im Hochbau - Teil 1: Mindestanforderungen“ und weitere Neuerungen wie DIN 4109-5:2020-08 stellt die am Bau Beteiligten nicht nur in technischer Hinsicht vor neue Herausforderungen, sondern kann auch aus haftungs- und vertragsrechtlicher Sicht zahlreiche Fragen aufwerfen.
Wie verhalten sich Bauordnungsrecht, normative Schalldämmwerte und zivilrechtlich geschuldete Standards zueinander? Welche Schallschutzwerte entsprechen den anerkannten Regeln der Technik? Bestehen diesbezügliche Aufklärungs- und Beratungspflichten? Welche Vereinbarungen können oder sollten zur Sicherstellung von Planungs- und Rechtssicherheit getroffen werden?
Die vielfältige und oftmals den Baubeteiligten gar widersprüchlich erscheinende Rechtsprechung zum Schallschutz offenbart die fachtechnische Komplexität des Themas ebenso wie dessen haftungsrechtliche Relevanz im Bauvertragsrecht, Mietrecht und auch Wohnungseigentumsrecht. In rechtlicher Hinsicht bündelt die Veranstaltung vor dem Hintergrund dieser umfangreichen Rechtsprechung zur DIN 4109 Fragen und Antworten, auf die es ankommt.
Aus technischer Sicht werden die teilweise konkurrierenden und im Widerspruch stehenden Regelwerke vorgestellt und verglichen. Die abstrakt wirkenden Vorgaben in Form von dB-Werten werden erläutert und in den Kontext der verschiedenen Regelwerke gebracht. Kursierendes Halbwissen und offensichtliche Missverständnisse werden kritisch hinterfragt und in Bezug zu den verschiedenen Regelwerken gesetzt. In Wechselwirkung mit den rechtlichen Aspekten wird die aktuell bestehende Situation diskutiert.
Das Seminar vermittelt das praktische Rüstzeug für die risikoreduzierte und rechtssichere Planung des Schallschutzes in Wohngebäuden.

Inhalte Technik:
• Kurzeinführung Grundlagen der (Bau-)Akustik
• Einführung in die Schallschutznormung,
• Grundlagen, Grundbegriffe, Historie des Schallschutzes
• DIN  4109 – VDI 4100 – Synopse – „Problem: nicht kongruente technische Normung“
• Schallschutz im europäischen Vergleich
• Versuch eines Ausblicks
• Planung nach DIN 4109 alt (1989) /neu (2018)
• Exemplarische Planungs-Beispiele – wird es besser?
• Bau- und Planungsfehler erkennen und vermeiden
• Beispiele aus der Praxis als Gutachter*in

Inhalte Recht:
• Welcher Schallschutz ist geschuldet? Anerkannte Regeln der Technik (aRdT) und Schallschutz in der Rechtsprechung
• Schallschutz im Miet- und Wohnungseigentumsrecht
• Abweichung von aRdT – Anforderungen an Aufklärung und Beratung
• Änderung aRdT nach Vertragsabschluss – was tun?
• Schallschutz beim Bauen im Bestand – welcher Standard ist geschuldet?
• Schallschutz im Bauträgervertrag - die besonderen Rechtsfragen bei Erwerb/ Veräußerung (teil)sanierter Altbauten/ Eigentumswohnungen
• Schnittstellen und gesamtschuldnerische Haftungsrisiken bei Planung und Ausführung

Hinweise

Technische Voraussetzungen für die Online-Teilnahme:
Internetverbindung, Lautsprecher/Kopfhörer, Mikrophon, Installation der Konferenzsoftware Zoom. Die Nutzung eines Headsets wird nachdrücklich empfohlen.