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Die Büros kämpfen weiter: Ergebnis der 3. Kurzbefragung zu den Corona-Auswirkungen

Die Zeichen für die Architektur- und Ingenieurbüros stehen weiterhin nicht auf Entwarnung. Im Gegenteil: Gerade die Hamburger Büros beschreiben ihre Lage teils deutlich schlechter als im Bundesschnitt. Die zeigen die nun vorliegenden Ergebnisse der aktuellen gemeinsamen Umfrage von Bundesarchitektenkammer (BAK) und Bundesingenieurkammer (BIngK) unter den selbständigen Kammermitgliedern zu den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie.

Auf die Frage „Spürt ihr Büro gegenwärtig negative Folgen der Pandemie?“ antworteten 73% der Hamburger Büros in den Bereichen Architektur, Landschaftsarchitektur, Innenarchitektur und Stadtplanung mit Ja, was bundesweit der zweithöchste Wert ist (Bundesschnitt: 59%). Ein besonderes Problem für die Hamburger Planungsbüros sind offenbar die Rückstellung oder Absage von Aufträgen: hiervon berichten 51% Prozent der Hamburger Büros – auch dies der bundesweit zweithöchste Wert (Bundesschnitt: 37%). Auf die Frage, ob sich aus der Pandemie bereits negative wirtschaftliche Folgen für das eigene Büro ergeben haben oder sich abzeichneten, antworteten 46% der Hamburger Planungsbüros mit Ja, der bundesweit dritthöchste Wert (Bundesmittel: 35%). Die Hamburger Büros sind als Folge der Pandemiekrise offenbar überdurchschnittlich von Umsatzrückgängen (32% und damit bundesweiter Spitzenwert, Bundesschnitt liegt bei 21%) sowie von Liquiditätsproblemen (Hamburg: 11%, Bundesschnitt: 6%) betroffen.

Wie sich zudem zeigt, ist der Rückgang bei den Neuaufträgen in Hamburg besonders stark. 54% der Hamburger Büros berichten davon, dass sie weniger Neuaufträge als sonst abschließen (Bundesschnitt: 42%) und nur 33% können in gleichem Maße wie sonst Neuaufträge abschließen (Bundesschnitt: 46%). Hier fällt besonders die Zurückhaltung bei den privaten Auftraggebern auf: Auf die Frage „Kann ihr Büro zur Zeit Neuaufträge abschließen?“ antworteten die Hamburger Büros zu 41% mit „Ja, in gleichem Maß wie sonst“ (Bundesschnitt: 52%), zu 41% mit „Ja, aber weniger als sonst“ (Bundesschnitt 31%) und zu 18% mit „Nein“ (Bundesschnitt: 17%). Zudem zeigt sich, dass sich in Hamburg auch die gewerblichen Auftraggeber stärker als im Bundesschnitt mit Neuaufträgen zurückhalten. Da die Hamburger Planungsbüros in einem hohen Maße für private (62%) sowie für gewerbliche (59%) Auftraggeber tätig sind, sind Auftragsrückgänge in diesen Segmenten besonders schmerzlich.

Angesichts der derzeitig schwierigen Lage für die Hamburger Planungsbüros appelliert die Hamburgische Architektenkammer an alle Auftraggeber, geplante Bauvorhaben umzusetzen und insbesondere an den Senat und die Stadt Hamburg, alles zu tun, um das Planungs- und Baugeschehen in der Stadt zu stützen, beispielsweise durch rasche Genehmigungsverfahren. Zudem ist es aus Sicht der HAK wichtig, dass die Stadt Hamburg weiter wie bisher als verlässlicher Auftraggeber agiert und die geplanten Bauprogramme beispielsweise in den Bereichen Schule und Hochschule ohne Abstriche oder Verzögerungen fortführt.

Die Langfassung der Befragung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Architekt*innen finden Sie hier.