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Pressemitteilung der Hamburgischen Architektenkammer zum Café Seeterrassen

Die Hamburgische Architektenkammer hat sich am 24. Juli 2020 in einer Pressemitteilung zu den Vorgängen um das Café Seeterrassen in Planten un Blomen geäußert. Lesen Sie hier die Erklärung im Wortlaut:

Café Seeterrassen: Keine Privatisierung eines öffentlichen Ortes durch die Hintertür

Dem Hamburger Abendblatt vom 23.07.2020 ist zu entnehmen, dass die private Bucerius Law School plant, sich in einem Neubau im Park Planten un Blomen zu erweitern, für den das Café Seeterrassen abgerissen werden soll.

Die Hamburgische Architektenkammer kritisiert das. Präsidentin Karin Loosen: „Es ist legitim, dass eine private Institution Interesse daran hat, sich Räume an einem tollen Ort zu sichern. Es kann jedoch nicht sein, dass ein städtisches Unternehmen, die Hamburg Messe und Congress GmbH, hinter verschlossenen Türen darüber verhandelt mit dem möglichen Ergebnis, dass durch eine private Nutzung den Bürgerinnen und Bürgern ein eminent öffentlicher Ort entzogen wird. Das Café Seeterrassen stand immer zur Gänze allen Hamburgerinnen und Hamburgern sowie ihren Gästen offen. Dabei muss es bleiben. Eine Quasi-Privatisierung ist nicht akzeptabel.“

Die Hamburgische Architektenkammer nimmt vor allem Anstoß daran, dass die Planungen zum Abriss des Café Seeterrassen, der Errichtung eines Neubaus und der Anmietung der Räume durch die Privat-Uni an allen demokratischen Instanzen vorbei erfolgten. Dem Augenschein nach wurden bislang weder die Bürgerinnen und Bürger noch das Bezirksparlament oder die Ausschüsse von diesem Vorhaben informiert. Präsidentin Karin Loosen: „Wie schon bei der Sternbrücke muss man auch in diesem Falle einen eklatanten Mangel an Transparenz und Beteiligung beklagen. Wir fordern eine sofortige Befassung der entsprechenden Institutionen und Gremien auf städtischer und bezirklicher Ebene. Dafür müssen alle Fakten auf den Tisch, u.a. die genauen Planungen der Messe und Congress GmbH für den Standort Café Seeterrassen und das vom Messe-Chef Aufderheide als Begründung ins Feld geführte Gutachten über den Zustand des Café Seeterrassen, dessen Veröffentlichung er bislang schuldig blieb. Weitreichende Eingriffe in das öffentliche Gut dürfen nur erfolgen, wenn sie demokratisch legitimiert werden.“