Fachexkursionen exklusiv für Mitglieder

Maßgeschneidert zu den Themen, die aktuell in den Gremien der Kammer diskutiert und bearbeitet werden, startet im September 2020 eine Exkursion zum Thema städtische Dichte & Weite nach Rotterdam und Amsterdam, und im Oktober 2020 geht es nach München, um neue Schulbauten zu besichtigen. Angeboten und durchgeführt werden die beiden Reisen von der a-tour travel GmbH.

Die Hamburgische Architektenkammer unterstützt beide Exkursionen – entsprechend dem Votum der Kammerversammlung 2019 – durch Haushaltsmittel. Dadurch können alle Mitglieder die Reisen zu einem deutlich reduzierten Preis buchen, und es gibt Kontingente für nochmals reduzierte Reisepreise. Die Mitreisenden werden gebeten, die auf der Exkursion gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse im Nachgang auch für andere Mitglieder sicht- und fruchtbar zu machen, etwa durch das Verfassen eines kurzen Berichts.

Wir würden uns freuen, wenn Sie Interesse an einer der Fachexkursionen haben.
Wie können Sie sich anmelden?: Bitte teilen Sie zunächst uns Ihren Reisewunsch und den etwaigen Grund für eine Reduzierung des Reisepreises unter fortbildung@akhh.de mit. Nach Prüfung leiten wir diesen an die a-tour travel GmbH weiter. Sie erhalten dann von der a-tour travel GmbH den entsprechenden Anmeldecoupon.

Fachexkursion „Dicht bebaut – weit gedacht. Innovative Quartiers- und Stadtentwicklung in den Niederlanden“
3. bis 6. September 2020

Programm im Detail als Pdf


Wijnhaveneiland, Rotterdam © Anneke Bokern

Die Diskussion um zusätzlichen Wohnraum in den deutschen Großstädten ist in vollem Gange. Die Fachexkursion für Mitglieder der Hamburgischen Architektenkammer nach Amsterdam und Rotterdam richtet daher das Augenmerk auf die Verdichtung der Stadt versus urbane Freiräume: Städtische Weiten, Flüsse und Parks und wenig beachtete Potenzialräume wie Dachlandschaften, Hafenflächen oder Bahntrassen. Wie können solche Orte in einer wachsenden Stadt erhalten werden? Wo und wie können neue Weiteräume geschaffen werden?

In den letzten Jahren sind in Amsterdam und Rotterdam eine Fülle an außergewöhnlichen Bauten und städtebaulichen Ensembles entstanden. Architekturikonen treffen auf Subkultur und Hafenaktivität. Pragmatismus, Kreativität, Leben mit dem Wasser, viel Raum für architektonische Experimente, Nachverdichtung und Transformation von Gewerbe- und Hafengebieten sind die Stichwörter. Interessant für Besucher/-innen aus Deutschland ist vor allem, mit welchen Maßnahmen die Niederländer/-innen innerhalb großmaßstäblicher Projekte für eine hohe architektonische Qualität sorgen und wieviel Mut zum Experiment sie haben. Ob Konversionsgebiet wie der Funenpark, ein offenes innerstädtisches Wohngebiet ohne private Gärten oder IJburg, ein Archipel und Amsterdams jüngste Stadtentwicklung. Hier darf teilweise ohne Aufsicht des Gestaltungsbeirats gebaut werden. Wohnlagen direkt am Wasser bieten den Bewohnern/-innen alltäglich und frei Haus das Erleben von Weite in der dicht bebauten Stadt.

Dem gegenüber steht Rotterdam, das im Krieg nahezu zerstört wurde. Hier gibt es sie noch, die Architektur des Wiederaufbaus der 50er Jahre mit ihrem “offenen” Städtebau. Über neue Projekte, wie der Markthal von MVRDV, werden diesem Städtebau andere Modelle und Konzepte von Stadt eingeschrieben und hinzugefügt. Von radikaler Top-down-Transformation bis hin zu sanfteren Bottom-up-Prozessen oder der Stapelung verschiedener Funktionen auf knappem Grund.

Tag 1, Donnerstag 3. September 2020, AMSTERDAM

  • Anreise mit der Bahn
  • Vortrag über die Stadtentwicklung von Amsterdam
  • Funenpark, Erläuterungen zur Projektgeschichte, Besichtigung diverse Projekte und gemeinsames Abendessen

Tag 2, Freitag 4. September 2020, AMSTERDAM

  • IJburg ist Amsterdams jüngste Stadterweiterung und soll einmal 18.000 Wohnungen zählen. Der Archipel besteht aus sieben künstlichen Inseln im IJmeer, die in zwei Phasen angelegt werden. Sie erhalten Hintergrundinformationen über Städtebaukonzepte, Wohnungsbautypologien sowie zu gesellschaftlichen und sozialen Themen. Besichtigung diverse Projekte und Baustellen
  • Mit dem Quartier Buiksloterham erhebt Amsterdam den Anspruch, das erste “zirkuläre” Wohnviertel der Niederlande zu realisieren. Gerade in Bezug auf die ambitionierten Klimaziele gewinnt das zirkuläre Bauen zunehmend an Bedeutung. Zirkuläres Bauen geht über die Recyclingidee für das Gebäude selbst hinaus. Die Vermeidung von Emissionen, die Wiederverwendung von Materialien und die Vermeidung von Abfällen sind hier ein wichtiges Thema. Oder das höchste Holzhochhaus der Niederlande Patch 22, das energieneutral realisiert wurde. In Buiksloterham liegt u.a. De Ceuvel, eine ehemalige Schiffswerft, die nun als kreatives Labor dient. Wohnboote liegen auf dem Trockenen und dienen als Büroräume, und im Café wird Gemüse aus eigenem Anbau serviert. Besichtigung diverse Wohn- und Büroprojekte, u.a. schwimmende Bauten.
  • Bahnfahrt nach Rotterdam

Tag 3, Samstag 5. September 2020, ROTTERDAM

Rotterdam ist eine Hafenstadt mit rauem Charme und beeindruckender Skyline. Die Stadt gelangte erst im 19. Jahrhundert zu Bedeutung, als ihr Hafen sich innerhalb weniger Jahre zu einem der größten in Europa entwickelte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das historische Stadtzentrum Rotterdams dem Erdboden gleichgemacht. Übrig blieb eine Stadt ohne Herz, an deren Struktur die Brandgrenze von 1940 noch heute deutlich ablesbar ist. Bei der Bombardierung entstand eine Tabula rasa, die die Stadtplaner nach dem Krieg als Chance begriffen, um eine moderne Innenstadt mit deutlicher Funktionsscheidung zu realisieren. Im Stadtzentrum finden sich moderne Klassiker wie die Einkaufsstraße De Lijnbaan (1953) ebenso wie neue Bauten von Architekturbüros wie MVRDV oder OMA. Die Mehrzahl sind Nachverdichtungsprojekte, die das Ziel haben, mehr Bewohner/-innen in das vom Kommerz dominierte Stadtzentrum zu locken.

  • Projekte rund um den Hauptbahnhof, Besuch des Stadtinformationszentrums mit Stadtmodell und Innenbesichtigung des Wohn- und Bürobau Timmerhuis sowie der Markthalle.
  • Wijnhaveneiland: Nach dem Masterplan von KCAP mit Wohnhochhäusern u.a. von KCAP und Barcode Architecten.
  • Wassertaxifahrt ans Südufer der Maas, Kop van Zuid
  • Erläuterungen zu Geschichte und Zukunft der Hafenhalbinsel, Masterplan von Riek Bakker.
  • Treffen mit Jack Hoogeboom, Stadtplaner und Bewohner von Katendrecht.
  • Besichtigung diverse Projekte, u.a. Bastelwohnungen Tolhuislaan, “Kluswoningen” einem Konzept, das die Gemeinde Rotterdam entwickelt hat, um die Aufwertung von sozial problematischen Stadtvierteln zu fördern. Die Stadt kauft heruntergekommene Immobilien in den Vierteln auf und verkauft sie weit unter Marktwert weiter an Privatleute oder Kollektive. Diese müssen sich verpflichten, die Immobilie für einen Mindestbetrag zu renovieren und dann mindestens drei Jahre lang selbst zu bewohnen.


Tag 4, Sonntag 6. September 2020, ROTTERDAM

  • Meervoudig Ruimtegebruik (mehrfache Raumnutzung) nennen die Niederländer die Strategie, verschiedene Funktionen auf knappem Grund zu stapeln. In einem dicht besiedelten Land ist das häufig eine schlichte Notwendigkeit. So entstehen Kombinationsprojekte aus Platzgestaltung und Regenwasserauffang oder Deich und Einkaufszentrum. In Rotterdam kommt hinzu, dass es in der modernen Stadt etwa 14 Millionen Quadratmeter an Flachdächern gibt, die ebenfalls in die mehrfache Raumnutzung einbezogen werden können. Die Stadt fördert solche Projekte und ermöglicht Experimente, so dass zuvor unzugängliche Dächer nun zugänglich und zum Teil des öffentlichen Stadtraums werden.
  • Im Westen Rotterdams liegt das M4HGebiet, das sich derzeit am Anfang des Transformationsprozesses von Hafen zu Stadtviertel befindet. Viele leerstehende Bauten und Brachen werden von Künstler(inne)n oder Architektinnen/-en zwischengenutzt. Dazu gehören auch ein Gemüsegarten für eine gemeinnützige Tafel sowie ein experimenteller Regengarten.
  • Besichtigung diverse Projekte, u.a. Wasserplatz Benthemplein, Dachpark Hofbogen “High Line” auf einem ehemaligen Bahnhofsgebäude und Bahnviadukt und Dachacker auf dem Bürohaus Schieblock.
  • Rückreise mit der Bahn  


Kosten
Fachexkursion exklusiv für Mitglieder der HAK: 1.000,00 € pro Person im Einzelzimmer, 900,00 € pro Person im Doppelzimmer. Kontingente für Mitglieder der Staffelgruppe 1 + 2, arbeitslose Mitglieder, außerordentliche Mitglieder und Mitglieder unter 40 Jahren (Geburtsdatum nach dem 2. September 1980): 600,00 € pro Person im Einzelzimmer, 500,00 € pro Person im Doppelzimmer.

Programmänderungen und -ergänzungen vorbehalten.

Für weitere Auskünfte und Informationen zum Anmeldeverfahren wenden Sie sich bitte an die Fortbildungsakademie der Hamburgischen Architektenkammer unter Tel. 040 441841-20 und fortbildung@akhh.de.

Fachexkursion „Innovative Schulbauten in München“
21. bis 24. Oktober 2020

Programm im Detail als Pdf


Modulare Grundschule, Architekten:
Wulf Architekten, Stuttgart © Claudia Neeser

Die Fachexkursion für Mitglieder der Hamburgischen Architektenkammer nach München richtet daher das Augenmerk auf innovative Schulbauten in München. Im November 2014 beschloss darum der Münchner Stadtrat mit dem „Aktionsprogramm Schul- und Kita-Bau 2020“ das deutschlandweit größte kommunale Bildungsbauprogramm. Die Stadt München plant und baut derzeit im Rahmen der Bauprogramme 16 Gymnasien, 9 Realschulden, 5 Berufliche Schulzentren,
27 Grundschulen, 2 Fachoberschulen, 69 Kindertagesstätten und 8 Sportprogramme. Hinzu kommt die Erweiterung und Sanierung bestehender Schulgebäude. Bedarfsorientiert werden dabei auch Kindertageseinrichtungen sowie Schwimm- und Sporthallen mit Außenanlagen für Schulsport und Breitensport mit einbezogen.

Tag 1, Mittwoch 21. Oktober 2020

  • Anreise mit der Bahn
  • Besichtigung der Münchner Innenstadt, diverse Projekte, gemeinsames Abendessen.

Tag 2, Donnerstag 22. Oktober 2020

  • Bildungscampus Freiham: Am westlichen Stadtrand von München entsteht auf einer Fläche von 350 Hektar der neue Stadtteil Freiham mit Wohnraum für rund 25.000 Menschen und 7.500 Arbeitsplätzen. Freiham wird als „Smart City“ entwickelt. Außerdem sind ein 58 Hektar großer Landschaftspark und ein inklusiver Sportpark geplant. Besuch des größten Bildungscampus der Stadt für 3.000 Schülerinnen und Schüler.
  • Grundschule an der Gustl-Bayerhammer-Straße: Vier Grundschulen in modularer Bauweise entstehen, die das sogg. Münchner Lernhauskonzept widerspiegeln.
  • Grundschule Obermenzing : Das bestehende Schulzentrum Obermenzing wurde bis auf den aus dem Jahr 1911 stammenden Hauptbau abgerissen und durch einen neuen Komplex ersetzt, der neben einem Grundschulneubau auch eine Realschule beheimatet.
  • Gymnasium München-Nord: Mit dem Neubau des Gymnasiums München Nord und der integrierten Eliteschule des Sports in München Milbertshofen, will die Stadt die gymnasiale Versorgung im Münchner Norden sicherstellen.

Tag 3, Freitag 23. Oktober 2020

  • Grundschule Arnulfpark: Die dreizügige Grundschule mit Tagesheim und Sporthalle entsteht im Rahmen des neuen Quartiers Arnulfpark, eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme auf ehemaligen Bahnflächen.
  • Europäische Grundschule München: Abbruch und Erweiterung.
  • Gymnasium in Trudering: Neubau eines Gymnasiums mit dreifacher Sporthalle.
  • Gymnasium Ottobrunn: Das fünfzügige Gymnasium in Ottobrunn fügt sich zwischen zwei Bestandsbauten mit fünf Lernlandschaften ein. Der Neubau verbindet hierbei die bestehende Struktur und schafft neue spannende Flächen.

Tag 4, Samstag 24. Oktober 2020

  • Rückreise mit der Bahn


Kosten

Fachexkursion exklusiv für Mitglieder der HAK: 900 € pro Person im Einzelzimmer, 800 € pro Person im Doppelzimmer. Kontingente für Mitglieder der Staffelgruppe 1 + 2, arbeitslose Mitglieder, Außerordentliche Mitglieder und Mitglieder unter 40 Jahren (Geburtsdatum nach dem 21. Oktober 1980): 600 € pro Person im Einzelzimmer, 500 € pro Person im Doppelzimmer

Programmänderungen und -ergänzungen vorbehalten.

Für weitere Auskünfte und Informationen zum Anmeldeverfahren wenden Sie sich bitte an die Fortbildungsakademie der Hamburgischen Architektenkammer unter Tel. 040 441841-20 und fortbildung@akhh.de.