Ehrenausschuss

Die schuldhafte Verletzung von Berufspflichten werden im Rahmen der Hamburgischen Architektenkammer in einem förmlichen Ehrenverfahren vor dem sog. "Ehrenausschuss" geahndet. Den Antrag auf Einleitung eines solchen Ehrenverfahren kann eine betroffenene Person bzw. Gesellschaft, also diejenigen, die vermeintlich ein berufsrechtswidriges Verhalten gezeigt hat, oder der Vorstand stellen.

Die einzuhaltenden Berufspflichten sind im Hamburgischen Architektengesetz (§ 19) ausdrücklich benannt. Sie gelten für alle in die Architekten- und Stadtplanerliste Eingetragenen, für alle auswärtigen Architekten, die nicht in eine Architekten- oder Stadtplanerliste eines anderen Bundeslandes eingetragen sind und das erstmalige Erbringen von Architektenleistungen in Hamburg der Kammer gesetzeskonform angezeigt haben, für alle in das Gesellschaftsverzeichnis eingetragenen Gesellschaften, für alle auswärtige Architektengesellschaften bei einer Tätigkeit in Hamburg sowie für alle außerordentlichen Mitglieder der Kammer. Eine Ausnahme stellen politische, wissenschaftliche und künstlerische oder religiöse Ansichten und Handlungen dar. Diese können nicht Gegenstand eines Ehrenverfahrens sein. Auch ist ein Ehrenverfahren nicht möglich bei Personen, die dem öffentlichen Dienst angehören hinsichtlich ihrer dienstlichen Tätigkeit, und bei Personen, soweit sie als Beliehene öffentliche Aufgaben wahrnehmen.

Dem Ehrenausschuss gehören ein Vorsitzender mit Befähigung zum Richteramt und sechs Beisitzer an, für die jeweils ein Stellvertreter bestellt wird. Sitzungen des Ausschusses finden in der Besetzung mit einem Vorsitzenden und zwei Beisitzern statt, wobei mindestens ein Beisitzer derselben Fachrichtung und Beschäftigungsart des Betroffenen mitwirken muss. Gewählt werden die Ausschussmitglieder auf der jährlichen Kammerversammlung. Die Amtsdauer beträgt gemäß Satzung der Architektenkammer 4 Jahre.

In einem Ehrenverfahren, kann der Ehrenausschuss Verfehlungen mit einer Verwarnung, einem Verweis, einer Geldbuße bis zu 15.000 Euro (bei einer Gesellschaft bis zu 30.000 Euro), einer Aberkennung der Mitgliedschaft in Organen und Ausschüssen der Kammer, einer Aberkennung des Wahlrechts und der Wählbarkeit zu den Organen und Ausschüssen der Hamburgischen Architektenkammer bis zur Dauer von fünf Jahren oder – als gravierendste Sanktion – mit der Löschung der Eintragung in der Architekten- oder Stadtplanerliste bzw. im Gesellschaftsverzeichnis ahnden. Die Entscheidung des Ehrenausschusses kann sogar auf Kosten des Betroffenen veröffentlicht werden. Das Verfahren vor dem Ehrenausschuss ist im Einzelnen in der sog. Ehrenordnung festgelegt.

 

Ihre Mitarbeit im Ehrenauschuss

Wenn Sie als Mitglied der Hamburgischen Architektenkammer im Ehrenausschuss mitwirken möchten, können Sie sich zur Wahl vorschlagen lassen. Wahlen und die Möglichkeit der Kandidatur werden immer zusammen mit der Berufung des Wahlausschusses, spätestens drei Monate vor der Wahl in der Kammerversammlung, die regelmäßig im November eines jeden Jahres stattfindet, allen Mitgliedern schriftlich mitgeteilt.